Unsere Geschichte

Der S. D. Croatia Berlin e. V. (S. D. = Sportsko Drustvo / Sportgemeinschaft) wurde Anfang 1989 offiziell in das Berliner Vereinsregister eingetragen. Der Weg, den unser Verein bis dahin gehen musste, ist nicht nur von sportlichen Entwicklungen gekennzeichnet, sondern auch durch politisch-gesellschaftliche Veränderungen. Die turbulente Vergangenheit, wie und warum es zu den zahlreichen Namensänderungen in der Geschichte des Vereins kam, und inwiefern die Gründung der Vorgänger des Croatia maßgeblichen Einfluss auf das Berliner Fußballgeschehen hatte, wird im Folgenden erläutert.

Am 14. Januar 1989 bekam der Verein, durch einen Beschluss der Hauptversammlung seinen heutigen Namen. Bis zu diesem Zeitpunkt trug der Verein den Namen NK Hajduk 1973 e. V. Der NK Hajduk 1973 e. V. entstand aus der Fusion der beiden Berliner Vereine SC Bratstvo und NK Hajduk. Beide Vereine sind rechtliche Vorgänger des heutigen S. D. Croatia Berlin e. V.

Den Fußballverein SC Bratstvo gründeten die Mitarbeiter des Zagreber Unternehmens „Industromontaza“, die ursprünglich zu Montagearbeiten nach Berlin kamen, im Jahr 1971.Die Gründung dieses Vereins und die Registrierung im Berliner Fußball-Verband (BFV) stellt einen Präzedenzfall dar, der bis dahin beispiellos in dieser Region, möglicherweise in ganz Deutschland, war. Das damalige Statut des Berliner Fußball-Verbandes (BFV) legte fest, dass lediglich zwei Ausländer gleichzeitig in einer Fußballmannschaft spielen dürfen. Und jetzt läuft plötzlich eine komplette nicht-deutsche Mannschaft in offiziellen Wettkämpfen auf? Möglich war das durch den Einsatz des SC Bratstvo, der Änderungen im Statut des BFV erstreitet. Und von da an ist es allen Amateur-Mannschaften erlaubt, eine unbegrenzte Anzahl von Ausländern einzusetzen. Mit diesem wegweisenden Schritt ebnete der SC Bratstvo vielen anderen Berliner Sportvereinen den Weg, die lokale Sportszene mit einer neuen Vielschichtigkeit zu bereichern. Die multiethnische Sportgemeinschaft spiegelte ab da an die Struktur der Stadt wieder und prägte seitdem das sportliche Bild Berlins.

Die ersten Schritte des NK Hajduk sind im Jahr 1973 verzeichnet. In diesem Jahr nennt sich der Verein noch NK Croatia und steht unter der Schirmherrschaft der Kroatischen Katholischen Mission in Berlin. In der Anfangszeit werden nur vereinzelte Turniere und Freundschaftsspiele gespielt bis es im Jahr 1975 zur Gründung der sogenannten „Jugo-Liga“ kommt. Um in der „Jugo-Liga“ spielen zu dürfen, ist man gegenüber der politischen Vertretung Jugoslawiens in Berlin gezwungen, den Namen NK Croatia abzulegen und in NK Hajduk zu ändern. Mit Croatia verband die damalige politische Führung Jugoslawiens die Rücksichtslosigkeit der Kroaten aus vergangenen Tagen. Der NK Hajduk spielte sehr erfolgreich in der „Jugo-Liga“ und gewann bis 1986 mehrere Meisterschaften und Pokale. Es war eine perspektivische Entscheidung, als die damalige Führung des Vereins beschloss, die „Jugo-Liga“ zu verlassen und dem Berliner Fußballverband beizutreten (mit welchem Namen)?

Im Jahr 1986 tritt man mit dem SC Bratstvo in Verhandlungen. Dieser Verein nahm bereits am Geschehen des Berliner Fußball-Verbandes teil. So spielte der SC Bratstvo zu der Zeit in der Kreisklasse C. Am 13. Juni.1987 kommt es schließlich zur Fusion des SC Bratstvo und des NK Hajduk zum "Bratstvo-Hajduk". Ein Jahr später (am 06. Februar 1988) kommt es zu einer erneuten Namensänderung. Aus „Bratstvo-Hajduk“ wird „NK Hajduk 1973 e. V.“.

Die Namensfindung war damit jedoch noch nicht vollständig abgeschlossen. Man wartete auf einen günstigen Augenblick, um den ursprünglich angedachten Namen zurückgeben - "Croatia". Dem Vorstand war die Attraktivität dieses Namens bekannt und dass er viele gute kroatische Spieler der „Jugo-Liga“ anziehen würde. Dass dieser Schritt als sehr weitsichtig angelegt war, erwies sich kurze Zeit später, da es zum Zusammenbruch der „Jugo-Liga“ kam und sich Spieler des NK Livno, NK Velebit und des NK Dinamo dem NK Hajduk 1973 e. V. anschlossen. Nachdem sich nun der SC Bratstvo und NK Hajduk zusammengeschlossen hatte, kam ein weiterer wichtiger Beitrag bei der Schaffung eines starken NK Hajduk 1973 e. V. hinzu. Die Rede ist vom SV Croatia, welcher im Jahr 1987 gegründet wurde und der bereits seit einiger Zeit sehr erfolgreich in der Berliner Freizeit-Liga spielte. Der SV Croatia war das einzige aller kroatischer Teams, die in Ihren Reihen eine Jugendmannschaft (A-Jugend) hatten, was sich als überaus wichtig bei dem Ausbau eines Vereins erweist. Fast alle Mitglieder des SV Croatia – der Vorstand, die Spieler und Junioren treten im Frühjahr 1989 zum NK Hajduk 1973 e. V. bei. Kurz darauf erfolgt die letzte Namensänderung in S. D. Croatia Berlin e. V. – den der Verein bis heute mit Stolz trägt.

Letztlich wurden somit geeignete Voraussetzungen geschaffen, für die Erfolge, die folgen sollten:

1990/91 Aufstieg in die Kreisliga B als Tabellendritter der Kreisliga C.
1991/92 Aufstieg in die Kreisliga A als Tabellenzweiter.
1992/93 Aufstieg in die Landesliga als Tabellenerster
1993/94 Aufstieg in die Berliner Verbandsliga als Tabellenerster
1995/96 Aufstieg in die Oberliga als Tabellenerster
1997/98 Aufstieg in der Regionalliga - als Tabellenerster
2004/05 Aufstieg in die Landesliga als Tabellenzweiter der Bezirksliga
2005/06 Berliner Pokalsieger für die 2. Herren Mannschaft

Erwähnenswert und sicherlich einer der größten Erfolge der S.D. Croatia Berlin e. V. ist der Einzug in das Finale des Paul-Rusch-Pokals in der Saison 1992/93, welches mit einer minimalen Niederlage von 1:2 verloren wurde. Der Gegner war damals niemand geringeres als der 1.FC Union Berlin.

Weitere beachtliche Erfolge wurden durch das "Futsal"-Team des S.D. Croatia Berlin e. V. erzielt:

2007, 2008, 2010, 2011 Berliner Futsal-Meister.
2008, 2010, 2011 und NOFV Meister (der nordöstlichen Union von Deutschland).
2008 Teilnahme am "DFB-Futsal-Pokal-" (siebter Platz).
2010, 2011 Gewinner, "DFB-Futsal-Pokal" (Deutscher Meister).
2010, 2011 Teilnahme am "UEFA-Futsal-Pokal".